Was lange währt, wird nicht zwingend gut!


Uni-Campus:

Seit Jahren wartet das Kiekert-Gelände darauf, dass es einer vernünftigen Nutzung zugeführt wird. Ein Gelände in bester Lage, gelegen an der neuen Hauptverkehrsstraße der Stadt und direkt am neuen Panoramaradweg. Aber gerade an dieser 1a-Lage tut sich seit Jahren NICHTS! Längst sollten Studenten in der neuen Uni des Campus Heiligenhaus an der Kettwiger Straße sitzen. Dies wird bis mindestens 2014 nicht geschehen. Schade, wenn man bedenkt, dass die Studenten der Innenstadt sicherlich gut tun würden. Das unnötige Hin und Her bezüglich des ehemaligen Kiekert-Verwaltungsgebäudes war sicherlich nur einer von vielen Hinderungsgründen, aber gerade dieser wäre leicht vermeidbar gewesen.  Die Verwaltung hat stets darauf beharrt, das Gebäude in die Hochschule zu integrieren. Architektenpläne sollten dies berücksichtigen. Das alte Kiekert-Verwaltungsgebäude wird nun nicht in das Hochschulgebäude integriert, weil dies wesentlich teurer wäre. Das hätte man vorher wissen und die Immobilie direkt bei der Sanierung des Gesamtgeländes abreißen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Stadt nicht, wie schon zu oft, berufen fühlt, das Gebäude zu übernehmen. Der Kämmerer wird den selben Wunsch in seine abendlichen Gebete einbeziehen, würde es doch Unmengen an nicht vorhandenem Geld erfordern, das Gebäude wieder nutzbar zu machen.

Einkaufszentrum:

Auch das geplante Einkaufszentrum wird noch auf sich warten lassen, bis die ersten Kunden dies betreten können. Außerdem darf die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme weiterhin erheblich in Frage gestellt werden. Ein großes Textilgeschäft mit 1000 qm, wie einst angedacht, scheint nicht zu finden zu sein. Zumindest keines von einer Qualität, die den Befürwortern des Zentrums vorschwebt. Das so erhoffte Engagement von C&A wird sich glücklicherweise in der Innenstadt im Woolworth-Gebäude ansiedeln. Nun versucht man mehrere kleine Textilgeschäfte zu integrieren. Genau diese Art von Nutzung steht dann in direkter Konkurrenz zu den Geschäften in der Innenstadt. Das gleiche Problem bringt der neue Vollsortimenter mit sich (z.B. Edeka, Kaisers oder REWE), der ebenfalls in diesem Einkaufszentrum vorgesehen ist. Dieser wird so groß ausfallen und ein derart breites Sortiment anbieten, dass stark bezweifelt werden muss, dass die Kunden, wie immer behauptet, nach dem dortigen Einkauf noch den Gang in die Innenstadt antreten. Dieser Gang wird auch noch durch die Westfalenstraße erschwert. In Wahrheit wird es wohl so aussehen, dass die Kunden sich bequem im Einkaufszentrum versorgen, ihre Einkäufe in den Kofferraum ihres Autos stecken und dann wieder fahren, ohne die Innenstadt aufgesucht zu haben. Das Einkaufszentrum wird die Einkaufsmöglichkeiten im innenstadtnahen Bereich sicherlich verbessern. Darunter werden die Geschäfte an der Hauptstraße aber spürbar zu leiden haben. Wenn man die Fläche des ehemaligen Haus der Kirche, wie von der WAHL immer gefordert, verwendet hätte, um die Angebote in vernünftiger Größe direkt an der Hauptstraße anzusiedeln, wären die neuen Angebote allen Geschäften in der Innenstadt zu Gute gekommen. Da sich der bestehende REWE Markt bei der neuen Konkurrenz auf dem Kiekert-Gelände auch nur schwer wird halten können, produziert man sogar noch mehr Leerstand an der Hauptstraße, und gerade ein Kundenmagnet, wie ein Vollsortimenter, sollte in der Innenstadt und damit an der Hauptstraße platziert sein. Die Tatsache, dass mit Netto und Aldi wohl auch alle Lebensmittel-Discounter die Innenstadt verlassen, kommt noch erschwerend hinzu. Auch dies geschieht wieder einmal von der städtischen Wirtschaftsförderung unbemerkt.

Leider ist es der Stadt nicht gelungen, ein tragfähiges Einzelhandelskonzept für die Innenstadt auf die Beine zu stellen.

Entwicklungen wurden verschlafen, Chancen falsch genutzt. Nun baut man ein eigenständiges Einkaufszentrum in die Nähe der Innenstadt und glaubt damit seine Schuldigkeit getan zu haben. Die Geschäfte in der Innenstadt werden die Leidtragenden sein.

Auch andere Probleme, wie z.B. die Zukunft des RathausCenters warten auf eine Lösung.

Die WAHL meint: Es kommt nicht darauf an, dass die Stadt sich verändert, sondern wie sie sich verändert!

Geschrieben am: 21. Oktober 2012
Bislang gibt es keine Kommentare zu diesem Artikel.