“Mehr Lärmschutz” statt Kampagne A44 jetzt


„Und was ist mit dem versprochenen Lärmschutz, Herr Bürgermeister?“

An vorderster Front setzt sich der Bürgermeister der Stadt Heiligenhaus für die Kampagne „A 44 – jetzt“ ein und unterstützt damit die Heiligenhauser Wirtschaft und Unternehmen in ihrem Wunsch nach einer ortsnahen Autobahnanbindung. Zur Veröffentlichung dieser Kampagne erklärte der Bürgermeister: „Mit dem Lückenschluss wird die Lebensqualität der Menschen vor Ort erhöht.“

Dies sehen die an der A 44 zukünftig anliegenden Bürger im Süden von Heiligenhaus bei Umsetzung der momentanen Pläne zum Bau der Autobahn wahrscheinlich anders. Sie haben mit evident deutlichen Beeinträchtigungen zu rechnen, die insbesondere dem Umstand geschuldet sind, dass sich die Planungen im Verlauf der letzten Jahre immer weiter, insbesondere im Bezug auf den Lärmschutz, zu ihrem Nachteil verändert haben. Wegen der zu erwartenden akustischen Beeinträchtigung hielt man noch vor Jahren eine Halbabdeckelung für unerlässlich. Durch diese Maßnahme sollte der Verkehrslärm von den Wohngebieten ferngehalten werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung favorisierte damals sogar eine Tunnellösung für die entsprechenden Abschnitte.  Die Trasse wird nun ohne die oben genannten und möglichen Schutzmaßnahmen für die Anlieger unnötig dicht an die Wohnbebauungen herangeführt. Den Anwohnern werden ein vermeidbar hoher Abgasausstoß und eine grenzwertige Lärmbelastung zugemutet. Vorgesehen ist zurzeit nur noch ein Erdwall mit Lärmschutzwand, der eine gewisse Höhe wegen des im Steinbruch vorkommenden Steinkauzes nicht überschreiten darf. Die zu erwartende Lärm- und Feinstaubbelastung wird im Zusammenhang mit dem geplanten Kalkabbau noch zusätzlich um ein Mehrfaches verstärkt. Durch die fertig gestellte Autobahn vor Beginn des Kalkabbaus gelten die Wohngebiete bereits als belastet, was zur Folge hat, dass für den Kalkabbau wesentlich geringere Emissionsschutzauflagen bestehen und in Zukunft wesentlich näher an den Wohngebieten Kalk abgetragen werden kann. Diese Belastungen werden zwangsweise zu einem großen Verlust an Lebensqualität der Anlieger, sowie einem hohen Werteverlust der Grundstücke im südlichen Heiligenhaus führen. Auch eine gravierende  Entwertung des beliebten Erholungsgebietes Heiligenhauser Süden zum Angertal entlang des Laubecker Bachs und der Heidestrasse ist vorprogrammiert. Im letzten Wahlkampf hatte der Bürgermeister den besorgten Heiligenhausern versprochen, sich um einen ausreichenden Lärmschutz zu kümmern. Bewusst verzichtete man, im Gegensatz zu anderen Städten wie Ratingen, auf eine Klage, um den Bau der A 44 nicht weiter zu verzögern. Dies bedeutete aber auch, dass man auf einen formal rechtlich gesicherten weit umfangreicher möglichen Lärmschutz verzichtete. Das Ergebnis ist nun der Erdwall mit der Lärmschutzwand. In Anbetracht der ursprünglichen Pläne und den damals für erforderlich gehaltenen Lärmschutzmaßnahmen, kann diese Maßnahme nicht als ausreichend betrachtet werden.

„Herr Dr. Heinisch Sie sind ein Bürgermeister für alle Heiligenhauser. Bitte setzen Sie sich genauso stark für die Interessen der Anlieger der zukünftigen A 44 ein!“

Geschrieben am: 21. Oktober 2012
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