Flächenfraß ohne Ende…


Ein Politisches Prinzip der WAHL ist:

Großräumig denken – lokal Handeln.

Wie in der Presse zu lesen war, wird ein neuer Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf  entwickelt. Mit ihm sollen die neuen Siedlungs- und Gewerbegebiete festgelegt werden. Die Stadt Heiligenhaus macht sich Hoffnungen, gestützt von einem Gutachten des Dortmunder Raumplaners Prof. Dr. Gerd Hennings, neue Gebiete ausweisen zu können, da das Gutachten einen enormen Fehlbestand an Gewerbegebieten auf dem Heiligenhauser  Stadtgebiet festgestellt hat. Da die Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle einer Stadt darstellt, ist die Haltung der Heiligenhauser Stadtverwaltung nur all zu verständlich, neue Gebiete entwickeln zu wollen, in der Hoffnung auf sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen.

Betrachten wir die Fakten:

In ganz NRW gibt es riesige Industriebrachen, die den Bedarf an Gewerbeflächen  auch in Zukunft decken können. Die Bevölkerungszahlen werden in Zukunft durch den demografischen Wandel immer weiter abnehmen. Einzig einige Großstädte können an Einwohnerzahlen zulegen. Städte, wie Heiligenhaus, werden nur für einen beschränkten Zeitraum und mit erheblichem finanziellem Aufwand ihre Einwohnerzahl halten können und letztlich doch verlieren.

Das bebaute Stadtgebiet wird trotz sinkender Einwohnerzahlen immer weiter ausgedehnt. Folge davon ist, dass immer weniger Bürger immer mehr Infrastruktur bezahlen müssen. Dies führt zu immer höheren Gebühren, aus denen weitere Abwanderungen resultieren.

Laut Prognosen des Kreises und des Landes verliert Heiligenhaus bis zum Jahr 2030 weitere 2.729 Einwohner, der ganze Kreis Mettmann im gleichen Zeitraum 29.119 Einwohner und bezogen auf ganz NRW 1 Millionen Landesbürger und dies trotz der Bemühungen, Neubürger zu gewinnen. Demgegenüber wird im langfristigen Jahresmittel 15 Hektar/ Tag, das entspricht ca.19 Fußballplätzen, an fruchtbarem Ackerland und Naturflächen für den Siedlungs- und Straßenbau und für Gewerbeflächen vernichtet.

Seit 1996 wurden so insgesamt 950 Quadratkilometer versiegelt. Daraus ergeben sich nicht nur katastrophale Folgen für den Naturschutz sondern auch wirtschaftliche Schäden. Als Beispiel sind die massiv steigenden Kosten im Hochwasserschutz genannt und die direkten Folgen aus Hochwassern.

Die Städte im Kreisgebiet sollten daher nicht gegeneinander arbeiten.

Eine Interkommunale Gewerbesteuer wäre viel sinnvoller, denn dann können die bestehenden Flächen viel effizienter genutzt, Investmentkapital der Kommunen eingespart und Naturschutzziele eingehalten werden.

Wir dürfen zum Schutz unseres Naturerbes nicht noch mehr Flächen verlieren. Denn Fläche ist ein nicht vermehrbares Gut und der schonende Umgang damit eine Verpflichtung gegenüber den nachkommenden Generationen.

Geschrieben am: 21. Oktober 2012
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